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St. Paulus Niederaußem
St. Paulus Niederaußem

St. Paulus Niederaußem

Paulusstraße 7

50129 Bergheim ·

Gottesdienst

Sonntag: 09.30 Uhr Heilige Messe

Der Ort Niederaußem entwickelte sich zwischen 1960 und 1970 wegen der wachsenden Braunkohletagebaue und des Kraftwerksbaus rasant. Die Einwohnerzahl sollte sich nach den Prognosen der Stadt fast verdreifachen. Damit war offenkundig, es musste auch kirchlicherseits etwas passieren. Die Planungsgenehmigung durch das Erzbistum erfolgte am 19. März 1965.

Entsprechend der Leitidee des 2. Vatikanischen Konzils, die Kirche als „wanderndes Volk Gottes“ zu begreifen, konzipierten Pfarrer Schallenberg und der Architekt Hanns Walter Lückerath das neue Gotteshaus als Wegekirche. Die gesamte architektonische Gestaltung sollte diesem Konzept folgen und zugleich der Situation des Industriestandortes Niederaußem mit der weithin sichtbaren und beherrschenden Silhouette des Kraftwerks gerecht werden. Durch den ‘Rufer‘, den in Kreuzesform gebauten Glockenturm, betritt man den Weg, der durch das Atrium (die Vorhalle) in den Mittelgang der Kirche nach vorne zum Chor, zum Altar und zum Mysterium führt. Dahinter das angedeutete aus Beton gegossene Tor, hinter dem sich die irdische Liturgie in der des himmlischen Jerusalem fortsetzt.

Der Künstler Hermann Gottfried schuf 1971/72 die 14 Stationen des Kreuzweges nicht in konkreter, anschaulich erzählender Darstellungsweise, sondern in moderner, expressiver Abstraktion. Er weiß um unser Nichtwissen über historische Einzelheiten. Bewusst wählt er bei den 14 Stationen einen wesentlichen Aspekt aus und konzentriert so die Sicht des Betrachters auf das Allgemeingültige in der Passion Jesu. Jeder kann seine eigenen Erfahrungen von Leid einbringen.